Die Höhle wurde erstmals im Jahre 1820 "befahren" durch den 24 m tiefen Entdeckungstrichter, das Kuhloch und im Jahre 1830/31 durch einen künstlichen Eingangstollen für die Allgemeinheit zugänglich gemacht.

  • KuhlochKuhloch

Die Schertelshöhle besteht aus einem L-förmigen Gang, den man am Knick durch einen künstlichen Stollen betritt. Den linken Gang begeht man ganz, beim rechten Gang sind 50 m nicht ausgebaut. Die Schertelshöhle ist sehr reich an Tropfsteinen auch wenn vieles davon im Laufe der Zeit zerstört worden ist. Ein kleine Galerie aus Sinterfahnen läßt sich mit einem Nagel zum klingen bringen.

Um die Jahre nach 1900 nahm sich Oberlehrer Segmiller von Westerheim um die Höhle an. Es fand auch ein Höhlenfest statt. Als dann 1952 der Albverein gegründet worden war, war 1953 ein Albvereinstreffen an der Schertshöhle. Die Höhle wurde vorher instandgesetzt. Die Treppen wurden betoniert und die Höhle elektrisch beleuchtet (zur Sicherheit mit einer 42-Volt-Anlage - Niederspannung).

Die Höhle ist nach wie vor noch in einem sehr guten Ausbauzustand, sehr gut beleuchtet und bequem zu begehen. In früheren Zeiten wurde die Höhle von der Lammbrauerei Wiesensteig zum Aufbewahren von Lagerbier benützt. Die überlieferte Sage der Schertelshöhle besagt, daß sie einst von dem jagenden Freiherrn von Schertel entdeckt worden sei, von dem sie auch den Namen hat. Der Hund des Freiherrn von Schertel jagte einst einen Hasen und kam nicht zurück. Sein Herr vermißte ihn und fand den guten Stöberer im Kuhloch. In dieses Loch warfen die Bauern die verendeten Stücke Vieh.Aber es war berüchtigt. Doch der Jäger ging nach Westerheim und holte dort furchtlose Burschen und ging zum Kuhloch zurück. Dort ließen sich zwei Beherzte hinunter und halfen dem Tier und seiner toten Beute zum Tageslichte. Die Männer hoben ihre Fackeln in die Finsternis und entdeckten, daß es nach zwei Seiten hin noch weit in diesen Berg hineingehe und daß an den Wänden herrliche Tropfsteinfiguren standen. Da staunten die Männer und erzählten das daheim.

Schwarzer VereEine andere Geschichte hört sich viel unglaublicher an, ist aber belegbar. Um das Jahr 1800 trieb ein Räuberhauptmann auf der Alb sein Unwesen, der Schwarzer Vere genannt wurde. Er war als Räuber und Mörder bekannt und soll auch manchmal den Hof seiner Feide abgebrannt haben. Seinen schrecklichen Ruf bekam er wohl vor allem durch die Tatsache, daß er immer dann, wenn man glaubte ihn gefangen zu haben, spurlos verschwand. Eines Tages wurde er natürlich trotzdem gefangen und in Biberach an der Riß in den Ebinger Torturm gesperrt. Dort soll er während eines Gewitters vom Blitz erschlagen worden sein. Mehr als 50 Jahre später erzählte eine alte Frau aus Wiesensteig, die in ihrer Jugend ein Bandenmitglied gewesen war, wohin der Schwarze Vere mit seiner Bande verschwand. Er hatte sich durch das Kuhloch in die Schertelshöhle zurückgezogen.
Das Loch war und ist nichts anderes als ein Erdfall-Doline.

Ganz in der Nähe (300 m/10 min) befindet sich das Steinerne Haus.

  • Steinernes HausSteinernes Haus
  • Steinernes HausSteinernes Haus

 

 

 

 

 

 

 

 

Chronik der Schertelshöhle

1470 In der Wiesensteiger Chronik als Schretzenloch erstmals urkundlich erwähnt.
1754  Erwähnung in der Westerheimer Chronik als Kuhloch, in das verendetes Vieh geworfen wird.
1821 Erste Erforschung der Höhle.
1822
Bergleute auf der Suche nach Steinkohlevorkommen befahren die Höhle.
1829 Amtsnotar Scheuffele aus Wiesensteig und einige Naturfreunde trieben einen 12.5 m langen Stollen in den harten Kalkstein.
1860  Ein neuer Pächter benutzt die Höhle als Bierkeller.
1900  Gründung der Ortsgruppe Westerheim des Schwäbischen Albvereins, die sich der Höhle annimmt.
1902  Ausbau der Wege. Die Höhle wurde von nun an einmal jährlich beleuchtet.
1952 Neugründung der Ortsgruppe des Albvereins, Wiederaufnahme der Betreuung der Höhle.
1953 Elektrische Beleuchtung.
1955  Weiterausbau der Höhle

 

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