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Vereinsgeschichte

Im Jahre 1900 fand die erste Gründung der Ortsgruppe Westerheim des Schwäbischen Albvereins statt, die sich der Schertelshöhle annimmt. In den folgenden Jahren wurden die Weg der Höhle ausgebaut und einmal im Jahr beleuchtet.

  • Höhleneingang 1938

1952 fand dann eine Neugründung der Ortsgruppe Westerheim des Schwäbischen Albvereins statt. Zum ersten Vertrauensmann wurde Josef Baumeister gewählt, unter dessen Führung die neugegründete Ortsgruppe die Betreuung der Schertelshöhle wieder aufnahm. Von da an wurde die Schertelshöhle jeden Sonntag von Vereinsmitglieder betreut.

  • Sonntagsdienst

1953 wurde unter der Mitwirkung vieler Freiwiliger, auch Damen waren darunter, und mit Finanzierungshilfen der Gemeinde Westerheim wurde die Höhle neu hergerichtet. Die erste Neuerung bestand darin, daß die Wege der Höhle wieder befestigt wurden. An steilen Stellen fertigte man Treppen aus Beton. Auch die Technik machte Fortschritte: Karl Nille fabrizierte eine noch primitive, erste elektrische Beleuchtung. Der Strom dafür wurde mit einem alten Gleichstrom-Dieselaggregat Marke Eigenbau mit Riemenantrieb erzeugt. Das neue Licht in der Höhle war eine wesentliche Verbesserung gegenüber der althergebrachten Kerzen-, Fackel- und Karbidbeleuchtung. Man entdecke dadurch mancherlei Sehenswürdigkeiten, die vorher im Verborgenen gelieben waren. Nach einem ersten ungünstigen Standort in einem Felsenloch, wurde der Motor in einer Hütte nahe dem Höhleneingang untergebracht. Die sechs Quadratmeter große Fachwerkhütte war nicht nur Motorenhaus, sondern auch Aufentahlstraum für die Holzmacher im Winter und sommers für die diensthabenden Höhlenführer an Sonntagen.

  • Geschichte

Am 17. Mai 1953 war dann Höhlenfest und Gausternwanderung. Es war ein herrlicher Fühlingstag, an dem die Wanderer aus allen Richtung in Scharen zur Schertelshöhle herbeiströmten. Die Musikkapelle eröffnete den Festtag mit einem schneidigen Marsch.

  • 1962 Höhlenfest

Auch der Gesangverein und der Kirchenchor wirkten bei der Gestaltung des musikalischen Programmes mit. Bei seiner Festrede konnte der Vertrauensmann Josef Baumeister ca. 3000 Personen begrüssen, darunter auch zahlreiche Ehrengäste. Noch nie waren so viele Besucher zur Schertelshöhle gekommen. Die meisten von ihnen wollten die elektrisch neu beleuchtete Höhle besichten. Es war jedoch nicht möglich, mehr als 1500 Besucher durch den engen Eingang in die Höhle zu lassen. Auch die Kapazität der Bier- und Wurststände war zu gering, und so mancher Besucher wird wohl hungrig oder durstig den Heimweg angetreten haben.
Mit steigenden Besucherzahlen (ca. 2000 im Jahr) galt es auch, die schlechten, langsam unzumutbar werdenden Zustände zu beheben. So war es schon ein handfestes Höhlenführerabenteuer, das wohlverdiente Vesper nicht nur vor Ruß und Rohölgestank zu schützen, sondern es auch noch gegen ebenfalls hungrige Siebenschläfer zu verteidigen. Da auch der Lärm des Motors am Höhleneingang zu laut war, beschloss man, in einer Entfernung ein neues Motorenhaus zu errichten und die bisherige Hütte nur noch als Aufenthaltsraum für die Höhlenführer zu benutzen.

Desweiteren versuchte man im Jahre 1955 den rechten Gang in seiner ganzen Länge begehbar zu machen. Tausende Eimer Lehm wurden aus der Höhle getragen; trozdem konnte das gesteckte Ziel nicht erreicht werden. Weil es immer noch an Geld fehlte, trat man an die Gemeinde heran, einen finanziellen Beitrag zum Bau des Motorenhauses beizusteuern. In dieser Angelegenheit kam man sich darin überein, das die Gemeinde das Baumaterial zur Verfügung stellen und die Ortsgruppe die Bauarbeiten übernehmen sollte. Vereinsmitglied Josef Sailer verpflichtete sich, die anstehenden Arbeiten auszuführen. Endgültig fertiggestellt wurde das Motorrenhaus 1958.

Anlässlich des 25-jährigen Jubiläums des Sportvereins wurde ein Festwagen gestaltet. Das dargestellte Motiv unterstrich die Interessen des Vereins (Schertelshöhle und Wandern), was zugleich eine Reklame für die Höhle war.

  • Festwagen 1955

1956 Jahrestagung der Verinigung Schwäbischer Höhlenfreunde und dem Verband Deutscher Höhlen- und Karstforscher. Wieder einmal war die Schertelshöhle der Grund, ein aktuelles Ereignis nach Westerheim zu verlegen. Am "Festtag" war das Rathaus beflaggt und über der Donnsetterstraße spannte sich ein Spruchband. Auch der Rösslesaal wurde geschmückt. An der Stirnseite gingen gute Aufnahmen von der Schertelshöhle und Laichinger Tiefenhöhle. Der Vormittag war mit Reden und Referaten, u. a. von Prof. Rieck, Helmut Frank und Studienrat Timmermann, ausgefüllt. Nachmittags brachte die Firma Usenbenz im Pendelverkehr die Tagungsteilnehmer und noch viele andere Gäste zur Schertelshöhle.

  • Schertelshöhle

Im Jahr 1958 gab es dann einen Wechsel in der Vorstandschaft. Oskar Tritschler übernahmen den Posten des Höhlenwarts von Georg Hagenmaier. Mit frischen Tatendrang hatte sich der neue Chef der Höhlengruppe große Ziele gesetzt. Als erstes wurde die elektrische Anlage in Angriff genommen. Ein neuer, stärkerer Drehstromgenerator wurde gekauft, was eine neue Stromverkabelung zur und in der Höhle zur Folge hatte. Die gesamte Installation hatte der Höhlenwart zusammen mit ein paar Helfern nach der Anleitung eines Elektrofachmannes selbständig ausgeführt. Doch sein große Vorhaben war der Bau einer Schutzhütte (Rasthaus). Über die dringende Notwendigkeit dieses Bauvorhabens gab es keinen Zweifel, aber es war für die damalige Zeit ein Riesenprojekt. Die bereits vom Höhlenwart ausgearbeiteten und vorliegenden Pläne fanden begeisterte Zustimmung.
Der erste Spatenstich erfolgte am 9. August 1958. In der darauffolgenden Zeit war an jedem Samstagabend Arbeitsdienst. Man sah sich einer sehr schwierigen Aufgabe gegenübergestellt, den 80m³ Sprengfels musste abgebaut werden, um eine geeignete Fläche für die Hütte zu erhalten. Viele Vereinsmitglieder waren dabei, als in mühseliger Handarbeit der Berg mit Pickel und Schaufel abgegraben, auf Wagen geladen und mit den ersten im Dorf vorhandenen Schleppern abtransportiert wurde. Noch vor Einbruch des Winters brachte man es fertig, die Grundmauern des Rasthauses fertigzustellen.

  • erstes-Rasthaus

1959 Zwei Interessen innerhalb des Vereins: Wandern und die Schertelshöhle.

Am 18. September 1960, an einem wunderschönen Herbstsonntag, war es soweit. Nach zweijähriger harter Arbeit war der Bau des Rashauses abgeschlossen und es konnte seiner Bestimmung übergeben werden. Die solide Fachwerkhütte mit kleiner Küche und Bierkeller paßte ideal in die Landschaft und bot ca. 40 Personen bequem Platz. Auch der Bürgermeister würdigte die Verdienste des Vereins und brachte in seiner Festrede zum Ausdruck, dass die Schertelshöhle einen würdigen Pächter gefunden hätte.
Die Gruppe hatte in 3200 Arbeitsstunden meist nach Feierabend fast freiwillig (mit 5 Pfg. Lohn pro Stunde) diese Hütte erstellt.

  • 1954

Die Hütte stand, und damit vermehrten sich die Aufgaben und auch die Arbeiten, die bei einer reibungslosen Betreuung zu bewältigen waren. Es wurden zusätzlich drei neue Ämter eingeführt,nämlich das des Hüttenwarts, des Höhlenführerwarts und des Schriftführers. Später (1962) war auch noch die Wahl eines kassiers notwendig, Do bildete sich im Laufe der Zeit eine eigene Vorstandschaft der Höhlengruppe innerhalb des Albvereins.

1961

Karl Rauschmaier wurde Vertrauensmann, da Josef Baumeister sein Amt krankheitshalber nicht mehr ausüben konnte.

1962

Führungswechsel in der Höhlengruppe: neuer Höhlenwart wurde Hans Rehm.

Die Höhlengruppe konnte sich nicht auf den Lorbeeren ausruhen, die sie durch die Leistungen beim Rasthausbau geerntet hatte. Um neue Probleme in der Stromversorgung zu vermeiden, wurde wieder ein Aggregat gekauft, wodurch die finanzielle Lage abermals verschlechterte. So bestand die Aufgabe des Höhlenwarts in erste Linie darin, den nicht kleiner gewordenen Schuldenberg abzubauen, was ihm auch dank der ansteigenden Besucherzahlen (ca.7000) gelang.

1965

Willi Baumeister wurde zum neuen Höhlenwart gewählt. Zu Beginn seiner Amtszeit galt es, hauptsächlich Unterhaltungsarbeiten an Höhle, Rasthaus und Wegen zu bewältigen. Am Vorplatz mußten unbedingt neue, wetterbeständige Sitzplätze angebracht werden. Dazu kam, daß der Bau einer Abortanlage nicht mehr weiter aufgeschoben werden konnte. Als geeigneter Standort dafür bot sich der Platz vor der Motorenhütte an, die bei diesem Bauvorhaben mit vergrößert werden mußte. Es war jedoch recht schwierig, hier eine hygienisch einwandfreie Lösung zu finden; schwierig deswegen, weil das Wasser zu der Spülung fehlte. Es gelang aber trotzdem, indem man das Regenwasser vom Dach in einer Grube sammelte und es mittels Pumpe und Druckausgleichsbehälter fertigbrachte, daß die Wasserspülung funktionierte.

1966

Dieser Bauabschnitt konnte Dank der regen Beteiligung an den Arbeitsdiensten ( meist jeden Freitagabend ) in diesem Jahr abgeschlossen werden.

1969

Die Höhle sollte in noch schönerem Licht erstrahlen. Durch die schier unglaubliche Helligkeit von Halogenscheinwerfern war das möglich, und es konnte der verborgenste Winkel ausgeleuchtet werden, Dafür war allerdings wieder ein neueres, leistungsfähigeres Aggregat notwendig geworden. Mit dessen Inbetriebnahme wurde ein neuer Komfort verbunden: das Aggregat konnte vom Rasthaus aus ferngesteuert werden. Dietmar Baumeister, schon jahrelang Elektro- und Motorenwart und ein einfallsreicher Spezialist auf diesem Gebiet, war die meisterhafte Ausführung all dieser Aufgaben zu verdanken.

1970

Die Schertelshöhle ist vom 1. Mai bis zum 1. November täglich geöffnet. Dank einiger Männer war es möglich, den an den Werktagen immer stärker werdenden Besucherandrang zu bewältigen. Die Höhle konnte täglich von 9.00 bis 17.00 Uhr besichtigt werden. Dies war bisher nur nach Voranmeldung möglich.

Höhlenführer waren:  

  • bis 1972 Ottmar Kneer
  • bis 1977 Karl Rauschmaier und Theodor Rauschmaier

  • Karl-Rauschmaier

Unter der Leitung des Höhlenwarts Willi Baumeister war die Höhlengruppe stets bemüht, die Hauptinteressen der Ortsgruppe (das Wandern) mit denen der Schertelshöhle zu verbinden. Ein gelungener Anfang war die Palmsonntagswanderung zur Höhle. Ein in diesem Rahmen stattgefundenes "Eiersuchen" fand derart großen Anklang, daß diese Einrichtung zur Tradition wurde. Die vielen mitwandernden Kinder wurden von der Höhlengruppe außerdem mit einem Osternest beschenkt. (1976 war die Schar der Kinder auf fast 200 angewachsen).

  • Eiersuche 2008

1972

Schon wieder wurde im Rasthaus eingebrochen (das fünfte Mal!). Doch diesmal wurden dem ungebetenen Gast neu angebrachte Betonstufen zum Verhängnis. Das bereits mit dem Diebesgut beladene Fahrzeug rutschte die Böschung hinunter, und alle Bemühungen seines Fahrers, es wieder flott zu bekommen, waren vergeblich. Trotz Veränderungen am Nummernschild des Autos konnte der Dieb bald gefaßt werden.

Die Moral von der Geschicht, Stehle in der Höhle nicht!

  • Einbrecherauto

Nicht weniger bedeutend, aber umso erfreulicher war ein anderes Ereignis: Dank Pfarrer Dörflingers Bereitschaft konnte am Vorabend des Höhlenfestes die Gruppe zum ersten Mal zu einer Höhlenmesse eingeladen werden. Für die große Besucherschar war es ein wunderbares Ereignis in dunkler Waldesstille, bei festlicher Fackelbeleuchtung den Schöpfer der Natur zu preisen. Auch diese Veranstaltung wurde bis heute beibehalten.

1973

Das Grundstück von Gabriel Ramminger wird auf 99 Jahre gepachtet. Die Umgebung der Höhle ist nicht gerade geräumig, und die Hanglage ist für Höhlenfeste schlecht geeignet. Man bemühte sich daher, die "Jägerswiese" zu pachten, was aufgrund der Bereitschaft des oben benannten möglich war. Von da an konnten größere Festlichkeiten und andere Vorhaben besser gestaltet werden.

  • Eichendiele

Inzwischen stieg die Anzahl der Besucher auf annähernd 20.000 pro Jahr. Das Rasthaus wurde für diese Verhältnisse einfach zu klein. Selbst die Gemütlichkeit bei vereinsinternen Veranstaltungen, wie die jährlich stattfindenden Eröffnungs- und Abschlußabende, litt unter den engen Räumlichkeiten, Es war schließlich nur noch eine Frage der Zeit, dass das zu klein gewordene Rasthaus erweitert werden musste. Doch so einfach wie früher ging es nicht mehr, denn für jede bauliche Veränderung musste eine behördliche Genehmigung eingeholt werden. Da dies meist eine langwierige Angelegenheit ist, musste man sich vorerst mit einem Schutzdach begnügen, das im Anschluss an die Hütte errichtet wurde. Es war gut in die Landschaft eingepasst, was bei der Begutachtung von Leuten der maßgebenden Instanzen Anerkennung fand und somit später nachgenehmigt werden konnte.

1976

Nach elfjähriger Amtszeit von Willi Baumeister gab es wieder einen Wechsel an der Führungsspitze der Höhlengruppe. Neuer Höhlenwart wurde Horst Schrade. Große Aufgaben standen ihm ein bevor, denn das Rasthaus mußte umgebaut werden. Zum Glück stand ihm ein tatkräftiger Mann zur Seite; es war der Vertrauensmann Klaus-Jürgen Rauschmaier.

Es wurde überlegt, debattiert und abgewogen, und es dauerte auch nicht lange, bis die ersten Baupläne vorlagen. Obwohl eine Genehmigung schier aussichtslos schien, ließ Klaus-Jürgen Rauschmaier so lange keine Ruhe, bis dem Umbau nichts mehr im Wege stand.

Der vorher gebaut Unterstand war zwar zur Erweiterung des Gastraumes geeignet, aber es mußte noch zusätzlich Platz für Bierkeller, sanitäre Einrichtungen und Raum für die dienstleistenden Höhlenführer geschaffen werden. Bald war man sich im Klaren darüber, daß dies nur durch abgraben des Berges hinter dem Rasthaus ermöglicht werden konnte. Dank der fortgeschrittenen Technik konnte man den harten Sprengfels in kürzester Zeit mit einem Meiselbagger abbauen. Dann wurden die verschiedenen Arbeiten unter den Mitgliedern der Höhlengruppe aufgeteilt. Mit den Umbauarbeiten am alten Rasthaus konnte erst am Ende der Saison begonnen werden, doch dann ging es zügig voran. Zwei Mal abends in der Woche und auch noch an den Samstagen war Arbeitsdienst.

1977

Man hatte sich vorgenommen, daß bis Ostern die Bauarbeiten am Rasthaus abgeschlossen sein mußten, damit der Betrieb wieder voll aufgenommen werden konnte. Dank der Initiative des Vertrauensmannes Klaus-Jürgen Rauschmaier wurde das gesteckte Ziel erreicht, und schon am Palmsonntag war das Rasthaus wieder geöffnet, das jetzt 80 Personen bequem Platz bot. Alle Besucher waren voll des Lobes, und es wurde beschlossen, daß das Rasthaus in Verbindung mit dem 75-jährigen Jubiläum im Juli 1977 eingeweiht werden sollte.

  • Eingang-heute

Noch zusätzlich wurde ein gewaltiges Bauvorhaben im Winter 1976/77 in Angriff genommen. Aus Sicherheitsgründen mußte der 1830 gegrabene Eingangsstollen mit einer Betondeckenplatte versehen werden, denn die Besucher waren oft durch herabfallende Steine stark gefährdet. Die Firma Josef Sailer hat im Auftrag der Höhlengruppe diese schwierigen Arbeiten ausgeführt. Zugleich wurde auch der enge, untere Teil des Eingangs erweitert, die alten, steilen Treppen entfernt, gut begehbare Betonstufen angebracht und die Eingangstüre um 15 Meter weiter nach oben verlegt. Somit können nun die Besucher ( auch ältere Personen ) die Höhle bequem und gefahrlos begehen.

Bedingt durch diese Arbeiten mußte auch der Vorplatz neu gestaltet werden . Obwohl die schöne Außenansicht des alten Rasthauses im großen und Ganzen erhalten werden konnte, blieb dahinter fast kein Stein auf dem anderen.

  • Rasthaus_1
  • Rasthaus_2

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